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Hans-Kilian-Preis

für die Erforschung und Förderung metakultureller Humanisation

Grenzen zwischen Disziplinen und Kulturen überschreiten

Der Hans-Kilian-Preis für die Erforschung und Förderung der metakulturellen Humanisation ist eine Initiative der Köhler-Stiftung im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft.

Der Hans-Kilian-Preis ist im Jahre 2010 erstmals ausgeschrieben und im Mai 2011 in zeitlicher Nähe zum 90. Geburtstag von Hans Kilian in einer öffentlichen Veranstaltung in Darmstadt zum ersten Mal vergeben worden. Der Preis ist mit 80.000 Euro dotiert; er wird in einem Turnus von zwei Jahren ausgelobt.

Mit dem Preis sollen insbesondere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ausgezeichnet werden, die Grenzen zwischen Disziplinen und Kulturen kreativ überschreiten und produktive Synthesen zwischen bislang isolierten Wissensgebieten schaffen.

Die Köhler-Stiftung im Stifterverband spricht den Hans-Kilian-Preis 2017 dem Kulturpsychologen Jaan Valsiner, Universität Aalborg (Dänemark), zu.

Der internationale Forschungspreis wird am 28. April 2017 in Bochum nunmehr zum vierten Male vergeben. Er würdigt exzellente Leistungen von Personen, die neue Einsichten in die geschichtliche und kulturelle Existenz des Menschen und seine veränderliche Psyche vermittelt haben. Der erste Preisträger im Jahr 2011 war der Kulturwissenschaftler Hartmut Böhme, der zweite Preisträger war 2013 der Soziologe und Sozialtheoretiker Hans Joas, die dritte Preisträgerin war 2015 die amerikanische Psychoanalytikerin Jessica R. Benjamin.

Der mit 80.000 Euro dotierte Preis wird alle zwei Jahre vergeben. Benannt ist er nach Hans Kilian (1921-2008), der als Ordinarius für Sozialpsychologie und angewandte Psychoanalyse an der Universität Kassel lehrte. In seiner Arbeit legte er Grundlagen für eine interdisziplinäre Analyse der soziokulturellen und psychischen Evolution des Menschen, den er in der postmodernen globalisierten Welt auf einer neuen Stufe, der "metakulturellen Humanisation", angekommen sah. Darunter verstand Kilian Entwicklungsanforderungen, die für multikulturelle Gesellschaften und eine weltweite, möglichst von Toleranz und wechselseitiger Anerkennung geprägte Praxis interkultureller Kommunikation sind.

Auf den folgenden Seiten finden Sie Auskunft zum Bewerbungs-/Nominierungsverfahren, Informationen zur Person Hans Kilians, zu seinem Werk und seinem Denken sowie alle Neuigkeiten rund um den Hans-Kilian-Preis.

Die Koordination der Preisausschreibung, der PreisträgerInnenauswahl und der Preisvergabe des Hans-Kilian-Preises obliegt dem Kilian-Köhler-Centrum (KKC), das auf Initiative der Köhler-Stiftung im August 2014 an der Ruhr-Universität Bochum gegründet wurde und unter der Leitung von Dr. Pradeep Chakkarath und Prof. Dr. Jürgen Straub steht. Das KKC übernimmt die Koordinationsaufgaben in Zusammenarbeit mit der Köhler-Stiftung und dem jeweiligen Preiskollegium.

Der Preisträger Jaan Valsiner

Mit Jaan Valsiner zeichnet die Stiftung eine Wissenschaftlerpersönlichkeit aus, deren bisheriges Gesamtschaffen im Feld einer interdisziplinär ausgerichteten Kulturpsychologie höchste internationale Anerkennung genießt. Seine Arbeiten im Bereich der entwicklungs- und sozialpsychologischen Forschung sowie der innovativen Theorie- und Methodenentwicklung finden seit mehreren Jahrzehnten größte Aufmerksamkeit und entfalten weltweit Wirkung.

Neben den exzellenten, ein breites thematisches Spektrum abdeckenden wissenschaftlichen Leistungen stellt die Köhler-Stiftung Valsiners überragenden Beitrag zur nachhaltigen Institutionalisierung der Kulturpsychologie heraus. Dies schließt die Konzeption und Durchführung international nachgefragter Studiengänge und Lehrangebote ebenso ein wie ein außerordentliches Engagement im Feld der Förderung von Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern.

Jaan Valsiner wird vom Preiskollegium der Köhler-Stiftung als ein vielfältig tätiger Wissenschaftler gewürdigt, der die Kriterien für die Vergabe des Hans-Kilian-Preises 2017 in hervorragender Weise erfüllt. Mit Valsiner werde ein international renommierter Kollege ausgezeichnet, dessen breite Bildung, undogmatische Offenheit und außergewöhnliche Produktivität bestens zum Geist der Arbeiten und Ambitionen Hans Kilians passen.

Nach Professuren in den USA sowie zahlreichen Forschungs- und Lehrtätigkeiten in vielen Teilen der Welt ist Jaan Valsiner seit 2013 Niels Bohr Professor of Cultural Psychology im Department of Communication and Psychology der Aalborg University in Dänemark. Derzeit sind es vier für das Profil des Hans-Kilian-Preises gleichermaßen relevante Bereiche, in denen das von Valsiner konzipierte und geleitete Centre for Cultural Psychology tätig ist: Kulturpsychologie und Ästhetik im urbanen Leben, Kreativitätsprozesse in alltäglichen Sozialpraktiken, Interventionen in der globalisierten Welt sowie Wissenschaftstheorie der Sozialwissenschaften.

Die öffentliche Preisverleihung findet statt

am Freitag, 28. April 2017, um 16:00 Uhr
im Veranstaltungszentrum der Ruhr-Universität Bochum,
Universitätsstraße 150, 44801 Bochum

Die Veranstaltung ist öffentlich; Interessierte sind zur Teilnahme eingeladen.
Eine Anmeldung über E-Mail ist jedoch erforderlich.

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